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Steckleiter (DIN 14711)

Auf dieser Seite sind einige Informationen zur Steckleiter der Feuerwehr und deren Anwendungsmöglichkeiten aufgeführt.

Die Steckleiter ist in den Zeiten der Drehleiter zwar etwas aus der Mode gekommen, aber gerade für kleinere Feuerwehren ein universelles Gerät mit dem auch gut improvisiert werden kann.
Sie ist auf den Fahrzeugen der LF, TLF und TSF Serie zu finden und wird meistens als 4 teilige Leiter mitgeführt.
Sie wurde früher aus Holz hergestellt und sie ist nach der neuen Norm (14711) als Leichtmetallversion auf den Fahrzeugen zu finden.
Holz- und Leichtmetallleiterteile sind so ausgeführt, daß sie untereinander ausgetauscht werden können.
Auf jedem eingesetzten Leiterteil darf sich nur eine Person befinden.
 

Technische Informationen
Das A-Teil (9 Sprossen, 13 Kg) wird nicht mehr hergestellt, obwohl es sich in der Praxis als recht praktisch herausgestellt hat.
Das B-Teil (7 Sprossen, 12,5  Kg) ist (wie das A-Teil) 2,7 m lang. 
Bei den max. 4 einsetzbaren Steckleiterteilen ergeben sich folgende Leiterlängen und Einsatzhöhen:
Steckleiter (1 Leiterteil): Leiterlänge 2,7 m; Einsatzhöhe ca. 1,7 m
Steckleiter (2 Leiterteile): Leiterlänge 4,6 m; Einsatzhöhe ca. 3,4 m
Steckleiter (3 Leiterteile): Leiterlänge 6,5 m; Einsatzhöhe ca. 5 m
Steckleiter (4 Leiterteile): Leiterlänge 8,4 m; Einsatzhöhe ca.  7 m
Bei den Holzleitern wird astfreies und geradfaseriges Holz verwendet.
Die innen und außenliegenden Metallkästen dienen zur Aufnahme eines weiteren Steckleiterteils und mit den Federsperrbolzen am Fußende des Leiterteils wird eine feste Verbindung zwischen zwei Leiterteilen hergestellt.
Entnahme vom Fahrzeug / Transport zur Einsatzstelle
Die paarweise übereinanderliegende Steckleiterteile werden von 3 bzw. 4 Mann mit Unterstützung des Maschinisten vom Fahrzeug genommen und werden von der Mannschaft  paarweise mit dem Leiterfuß voraus zur Einsatzstelle getragen.
Aufbau und anstellen der Steckleiter
Die Steckleiter wird mit dem Fußende einen Schritt vor dem Objekt unterhalb der Einstiegsöffnung abgelegt.
Danach werden die beiden oberen Steckleiterteile am oberen Ende der unteren Steckleiterteile abgelegt.
Der am Kopfende der unteren Leiterteile befindliche Trupp steckt die oberen Leiterteile mit den unteren Leiterteilen zusammen.
Es ist darauf zu achten, daß die Federsperrbolzen einrasten.
Jetzt richtet der eine Trupp die Leiter vom Kopfende her auf und der andere Trupp hilft am unteren Ende ziehend mit.
Anschließend steigt ein Trupp die Leiter hinauf und der andere Trupp sichert dabei die Steckleiter.
Steckleiter unter beengten Platzverhältnissen vornehmen.
Unter beengten Platzverhältnissen werden die Leiterteile einzeln zusammengesteckt.
Der Trupp nimmt ein Leiterteil und legt es schrägt an das  Objekt an. 
Das nächste Leiterteil wird in die Kästen des hochgeschobenen Leiterteils eingeschoben und mit den Federsperrbolzen gesichert.
Mit diesen Verfahren werden max. 4 Leiterteile zusammengebaut bis die entsprechende Höhe erreicht wird.
Die Bockleiter
Die Bockleiter mit Steckleiterteilen wird bei der Rettung aus Schächten eingesetzt.
Das Standrohr im Kreuzungspunkt der beiden Steckleiterteile vermindert die Reibungsverluste der Feuerwehrleine.
Ein mögliche Anwendung der Bockleiter ist die Rettung von Personen aus engen Schächten.
Der Leiterhebel
Beim Sichern eines Verletzen auf einer Trage (oder z.B. Steckleiterteil) beginnt man am Anfang mit dem Mastwurf und "verschnürt" den Verletzten wie auf dem Bild zu sehen ist.
Die Trage (oder z.B. Steckleiterteil) mit dem Verletzten wird mit dem Mastwurf und Halbschlag am Steckleiterhebel fixiert, wie es auf dem Bild zu sehen ist.
Die Leinen am Fußteil der Trage dienen als verlängerter Hebel beim Herablassen der Trage. Die beiden Leinen am Leiterhebel dienen zur Sicherung gegen seitliches abrutschen des Leiterhebels. Der Verletzte sollte nach Möglichkeit waagrecht herabgelassen werden.
Eisrettung
Die Gefahr für die in das Eis eingebrochene Person besteht in der Unterkühlung durch das kalte Wasser.

Wenn die eingebrochene Person noch nicht Bewusstlos und bei Kräften ist, kann durch zuwerfen eines an einer Feuerwehrleine befestigten Schwimmringes evtl. herausgezogen werden.
Da dünnes Eis nicht die Festigkeit hat, die verunfallte Person zu tragen, kann mit einer vorgenommenen Steckleiter das Gewicht auf einer größeren Fläche verteilt werden und die eingebroche Person herausgezogen werden.

Bei schwachen und bewusstlosen Personen müssen die Helfer über die Steckleiter zu der Person vorgehen.
Dabei wird die Steckleiter mit Fangleinen gesichert und zu dem Eingebrochenen vorgeschoben. Ein mit Fangleine und Schwimmweste gesicherter Feuerwehrmann kriecht auf der Leiter zu der eingebrochenen Person und legt ihr den Brustbund an. Mit Hilfe der auf festen Grund stehenden Feuerwehrmännern wird die verunfallte Person auf die Leiter gezogen und gesichert. Mit den Feuerwehrleinen der Leiter wird die hilflose Person und der Retter auf der Leiter liegend ans Ufer gezogen.

Nach Rettung der in das Eis eingebrochenen Person wird diese in die Obhut des Rettungsdienstes zur weiteren Behandlung übergeben.

Auffangbecken (in Verbindung mit einer Plane)
Mit den 4 Steckleiterteilen kann (in Verbindung mit einer Plane) ein Auffangbecken gebaut werden.
Zum einen können Flüssigkeiten darin vorübergehend gelagert werden und zum anderen kann solch ein Becken als Puffer bei einer ungünstigen Wasserversorgung (Wasserförderung lange Wegstrecke) dienen.

Die Steckleiterteile werden jeweils mit dem Leiterkopf in den Leiterfuß der anderen Steckleiterteils gesteckt und mit einer Leine in dieser Lage fixiert.

Anschließend wird eine robuste Plane in diesen Rahmen gelegt und das provisorische Becken ist betriebsbereit.
 
 

Weitere Einsatzmöglichkeiten für die Steckleiter sind zum Beispiel die
- provisorische Krankentrage
- Schlauchbrücke

Quelle: FwDV 10, Tragbare Leitern;
Feuerwehr Grundlehrgang FwDV 2/2 von Schott / Ritter (9. Auflage)

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